Focke-Wulf FW 190 & Focke-Wulf Ta 152

 

Focke-Wulf FW 190A

Der von einem 1550 PS starken Doppelsternmotor BMW 139 angetriebene erste Prototyp V1 des Jägers FW 190 flog am 01.06.1939, er hatte eine vollverkleidete Propellernabe. Der zweite Prototyp V2 folgte am 01.12.1939. Schon im frühen Entwicklungsstadium wurde die Propellernaben-Vollverkleidung gegen eine konventionelle Haube ausgewechselt. Der Bau des zweiten und dritten Prototyps wurde abgebrochen, weil es Probleme mit dem BMW 139 gab. Nachdem stattdessen der BMW 801 eingebaut worden war, wurden die Flügel überarbeitet und der Rumpf verstärkt, der mit diesen Änderungen versehene Prototyp hieß V5. Die FW 190 V5 wurde sowohl mit kurzen (V5k) als auch mit langen Flügeln (V5g) erprobt, die letztgenannte Bauweise wurde für die zehnte Vorserienmaschine FW 190A-0 als Standart übernommen. Die Serienfertigung begann mit der FW 190A-1, die einen 1600 PS starken Motor BMW 801C-1 und eine Bewaffnung aus vier MG 17 Kal. 7,92 mm und zwei 20-mm-BMK MG FF hatte. Dann wurde die weitgehend gleiche FW 190A-2 (BMW 801C-2) weitergebaut, auf 102 Maschinen des Typs folgten 426 Exemplare der Unterversion. Die FW 190A-3 (509 Stück gebaut) hatte den dann für alle A-Modelle standardisierten Motor BMW 801D-2 mit 1700 PS, die MG 17 in den Flügelwurzeln wurden durch zwei 20-mm-BMK MG 151 ersetzt. 72 dieser Maschinen wurden 1942/43 als FW 190Aa-3 an die Türkei geliefert. Die FW 190A-4 (894 Stück gebaut) unterschied sich von der A-3 durch die Funkausrüstung, und die A-5 (723 Stück gebaut) war weitgehend baugleich, hatte aber eine verlängerte Motoraufhängung zur Zurückverlegung des Schwerpunktes an die Stelle, die er vor der Anbringung der Zusatzausrüstung hatte. Die A-6 (569 Stück gebaut) hatte eine überarbeitete Flügelstruktur, außerdem waren die äußeren MG FF durch MG 151 im gleichen Kaliber ersetzt worden. Die A-7 war baugleich bis auf ein neues Waffenvisier und MG 131 Kal. 13 mm im Rumpf anstelle der MG 17. Die letzte Serienausführung der A-Serie, die A-8 (1334 Stück) hatte eine neue Funkausrüstung, eine geänderte Bombenaufhängung am Rumpf und eine Vorrichtung zum Einbau eines Zusatztanks im Rumpf. Für die FW 190 standen zahlreiche Umrüstsätze (mit „U“ gekennzeichnet) und Rüstsätze zur Verfügung, mit denen sie den vorherrschenden Einsatzverhältnissen besser angepasst werden konnte. Die FW 190A-9, die nicht über das Prototypenstadium hinauskam, sollte als Rammjäger eingesetzt werden, dazu hatte sie schwer gepanzerte Flügelvorderkanten und einen aufgeladenen Motor BMW 801TS oder TU. In Frankreich wurden 1945/46 von SNCA 64 FW 190A-5 und A-8 gebaut, die zum Teil kurz bei der französischen Luftwaffe unter der Bezeichnung NC 900 flogen. Die folgenden Angaben beziehen sich auf die FW 190A-8. Höchstgeschwindigkeit: 571 km/h in Meereshöhe; 647 km/h in 5500 m; Steigleistung: 17,5 m/sec; Reichweite (ohne Außenlasten): 1035 km; Leergewicht: 3470 kg; Startgewicht: 4380 kg; Spannweite: 10,51 m; Länge: 8,95 m: Höhe (über Propeller): 3,95 m; Flügelfläche: 18,30 m².

 

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Fotos: Fw 190/A-6

Diese beiden Fotos zeigen eine Focke Wulf FW 190/A6 der III. / JG11 (W.Nr.550214) des South African Military Museum in Johannesburg. Diese Maschine entstand Mitte 1943 im Werk AGO in Oschersleben und wurde zu einem Erprobungsträger für das so genannte Neptun – Liliput Messgerät umgebaut. Nach dem Krieg wurde die Maschine in Dänemark erbeutet und kam nach ausführlichen Untersuchungen durch die Engländer im Jahre 1946 als Geschenk nach Süd Afrika.

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Fotos: Fw 190/A-8

Ein fast kompletter Focke-Wulf-Jäger der Ausführung A-8 in den Farben RLM 74/75/76, der so genannten Grautarnung, präsentiert sich im Luftfahrt-Museum von Hannover/Laatzen. Er wurde in jahrelanger Arbeit aus verschiedenen Wracks rekonstruiert. Fehlende Teile oder solche, die nicht mehr restauriert werden konnten, wurden durch originalgetreue Nachbauten ersetzt. Durch das Wappen mit der geflügelten 1, dem roten Reichsverteidigungsrumpfband und dem liegenden Balken lässt sich der Flieger der II. Gruppe des Jagdgeschwaders 1 zuweisen.

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Fotos: Fw 190/A-8

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Fotos: Cockpitnachbau Fw 190

 

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Zeichnung: Das Cockpit der Fw 190/A-8

Welche Bedeutung haben die diversen Anzeigen im Cockpit des Jägers? Wo erkennt man die Fluggeschwindigkeit, welches Instrument verrät den verbleibenden Treibstoff und wo sind Wendehorizont, Borduhr, Fahrwerksanzeige, Drehzahl- und Ladedruckmesser? Ganz ruhig, hier wird alles erklärt!

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Videodatei: AVI

Größe: 2,96 MB
Spielzeit: 0:30 min
Dieses kurze Video im Format von 320 * 240 Pixeln zeigt die Sicht aus dem Cockpit der Fw 190/A-8 "Gelbe Elf" des Luftfahrt-Museums Hannover-Laatzen. Die Enge im Cockpit und die Sicht über die Motorhaube werden besonders deutlich.
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Baureihenübersicht der Fw 190 A - Serie
Fw 190A-0 Nullserie - davon sieben Flugzeuge noch mit kleinem Flügel und 21 mit großer Fläche. Motor: BMW-801C-1; Bewaffnung: vier 7,9-mm-MG
Fw 190A-1  Produktion ab Anfang 1940 - 102 Flugzeuge gebaut; Bewaffnung: vier 7,9-mm-MG 17 und zwei 20-mm-MG FF/M; Leermasse: 2522 kg
Fw 190A-2  Motor: BMW-801C-2; Bewaffnung: zwei 20-mm-MG 151/20 in den Flügelwurzeln und zwei 7,9-mm-MG 17; Leermasse: 2700 kg
Fw 190A-2/U1 Musterflugzeug für eine Kurssteuerung, System Patin  
Fw 190A-3   Motor: BMW-801D-2; Leermasse 2835 kg
Fw 190A-3/U1 Hier wurde der Motor erstmals um 15 cm vorverlegt 
Fw 190A-3/U2  Waffenträger für die Erprobung der Bordraketen RZ 65 (drallstabilisiert) 
Fw 190A-3/U3 Versuchsträger für verschiedene Reihenbildgeräte 
Fw 190A-3/U4  Zwölf Maschinen mit Bildgeräten als Vorserie für einen Höhenaufklärer 
Fw 190A-3/U7 Drei Maschinen als Höhenjäger mit geringer Panzerung und weniger Waffen erprobt 
Fw 190Aa-3 72 Exportmaschinen für die Türkei (bis März 1943 gebaut) 
Fw 190A-4  neue Funkausrüstung FuG 16Z 
Fw 190A-4/U3  ca. 30 Umbauten zu Schlachtflugzeugen 
Fw 190A-4/U4  Höhenaufklärer (nicht gebaut) 
Fw 190A-4/U7  Tests mit neuem Ansaugschacht für bessere Höhenleistungen  
Fw 190A-4/U8  Erprobungsträger für Langstrecken-Jagdbomber 
Fw 190A-4/R1  Leitjäger für das Y-Verfahren - Sonderausrüstung FuG 16ZE 
Fw 190A-4/R6  Erprobung mit 21-cm-BR (Werfergranaten) als Bomberpulkzerstörer 
Fw 190A-5  Verbesserung der Flugzeugzelle, Motor nach vorn verlegt, Leermasse: 2960 kg 
Fw 190A-5/U3  Schlachtflieger mit leichter MG-Bewaffnung (zwei 7,9-mm-MG 17 im Rumpf) 
Fw 190A-5/U8  Version für die Schnellkampfgeschwader, nachträglich auch in Fw 190G-2 umbenannt
Fw 190A-5/U9  Zerstörer mit zwei 20-mm-MG 151/20 in Außenstationen und zwei MG 131 im Rumpf
Fw 190A-5/U10  Versuchsausführung mit 20-mm-MG 151/20 im Außenflügelbereich  
Fw 190A-5/U11  Ausführung mit je einer 30-mm-Maschinenkanone (MK 103) unter den Tragflächen 
Fw 190A-5/U12  schwerer Zerstörer mit je zwei 20-mm-MG 151/20 in Wannenbehältern unter den Tragflächen 
Fw 190A-5/U14  zwei Versuchsmuster mit einem LTF 5b Torpedo unter dem Rumpf und größerem Leitwerk - Bewaffnung bestand aus zwei 20-mm-MG 151/20 in den Flügelwurzeln
Fw 190A-5/U15  Versuchsmuster mit LT-950-Torpedo 
Fw 190A-5/R6  zusätzliche Ausrüstung mit 21-cm-Wurfgranatenwerfer unter den Tragflächen 
Fw 190A-6  vier 20-mm-Bordkanonen in den Flügeln und zwei MG im Rumpf; Leermasse: 2998 kg
Fw 190A-6/R1  schwerer Zerstörer mit je zwei 20-mm-MG 151/20 in Wannenbehältern unter den Tragflächen, zwei weiteren 20-mm-Kanonen in den Flügelwurzel und zusätzlich zwei 7,9-mm-MG im Rumpf 
Fw 190A-6/R2  Prototyp mit 30-mm-MK 108 in den Außenflügeln
Fw 190A-6/R4  GM-1-Anlage zur Höhenleistungssteigerung 
Fw 190A-6/R6  zusätzliche Ausrüstung mit 21-cm-Wurfgranatenwerfer unter den Tragflächen
Fw 190A-7  schwere MG 131 statt MG 17 im Rumpf und Ausrüstung mit neuem Revi 16B-Zielgerät; Leermasse: 2990 kg
Fw 190A-7/R2  Schwerer Jäger mit zwei 20-mm-Kanonen in den Flügelwurzeln und zwei 30-mm-MK 108 in den Außenflügeln
Fw 190A-7/R6  zusätzliche Ausrüstung mit 21-cm-Wurfgranatenwerfer unter den Tragflächen
Fw 190A-8  Einbau eines GM-1-Behälters und Verlegung des FuG 16ZY; Leermasse 3050 kg 
Fw 190A-8/R2  Sturmjäger mit zusätzlicher Panzerung und 30-mm-MK 108 als Außenflügelbewaffnung 
Fw 190A-8/R6  zusätzliche Ausrüstung mit 21-cm-Wurfgranatenwerfer unter den Tragflächen
Fw 190A-8/R8
Sturmjäger mit zusätzlicher Panzerung
Fw 190A-8/R11 besondere Ausrüstung für den Schlechtwetterflug
Fw 190A-9 leistungsgesteigerter BMWTU/TS Motor und Holzluftschraube; Leermasse: 3170 kg
Fw 190A-9/R8 Sturmjäger mit zusätzlicher Panzerung und 30-mm-MK 108 als Außenflügelbewaffnung
Fw 190A-9/R11 Einbau von Fug 125, FuG 15 ZY und PKS 12 Patin für Schlechtwetterflüge

 

 

Focke-Wulf FW 190B

Im Verlauf des Jahres 1942 war Focke-Wulf auf der Suche nach Maßnahmen, mit denen sich die Leistung der FW 190 in Höhen über 6100 m verbessern ließen. Ein Vorschlag war die FW 190B mit einem Motor BMW mit Turbolader, einer Druckkabine und größerer Spannweite. In den letzten Monaten des Jahres 1942 wurden Pläne für die Fertigung dieser Untervariante aufgestellt. Die Zelle einer FW 190A-0 wurde mit einer rudimentären Druckkabine versehen, diese Maschine hieß dann V12 und war der erste Prototyp der B-Serie, der Motor erhielt allerdings noch keinen Turbolader, und auch die Flügellänge blieb gleich. Zur Leistungsverbesserung in großen Höhen wurde allerdings eine Stickstoffeinspritzung (GM 1) installiert. Die ersten vier eines zusätzlich Bauloses von Prototypzellen wurde dann dem Programm FW 190B zugewiesen. Diese glichen weitgehend der V12, obwohl das erste dieser zusätzlichen Flugzeuge eine größere Spannweite und dadurch 2,0 m² mehr Flügelfläche hatte, diese Flügel wurden dann zum Standart für die folgende Serie FW 190B. Andauernde Schwierigkeiten mit dem Einspritz-System und der Druckkabine verlangsamten das Fortschreiten des Testprogramms, und da die Maschine aufgrund der zusätzlichen Einbauten mit weniger Bewaffnung ausgerüstet war, verlor die Luftwaffe das Interesse an diesem Typ. Angeblich wurden sechs FW 190B-1 fertiggestellt, über die aber keine Daten vorhanden sind - laut einer anderen Quelle wurden nur vier Prototypen (V24, V26, V28 und V29) der Fw 190B-0 gebaut..

Focke-Wulf FW 190C

Die parallel zur FW 190B entwickelte 190C war für den flüssigkeitsgekühlten Zwölfzylindermotor in umgekehrter V-Form Daimler-Benz DB 603 konstruiert worden. Der erste Prototyp für die FW 109C war die V13. Der Motor erhielt eine runde Abdeckung, die Gesamtlänge des Flugzeuges vergrößerte sich um 66 cm, ansonsten war die V13 aber baugleich mit der FW 190A-0. Der zweite und der dritte Prototyp der C-Serie, die V15 und V16 waren in jeder Hinsicht baugleich, sie wurden von einem Motor DB 603A angetrieben, der 1750 PS beim Start und 1850 PS in 2100 m Höhe leistete. Die V16 wurde schließlich von einem aufgeladenen Motor DB 603E angetrieben, der 1800 PS in Meereshöhe leistete. Damit konnte in 6800 m Höhe eine Geschwindigkeit von 724 km/h erreicht werden, die Steigleistung betrug 22,0 m pro Sekunde. Der nächste Prototyp der FW 190C, die V18/U1, erhielt einen Abgas-Turbolader DVL TK 11 (der die Leistung des DB 603A auf 1600 PS in 10700 m Höhe steigerte) und eine Druckkabine. Es war der erste der so genannten Känguru-Prototypen (das große Gehäuse des Turbolader-Lufteinlaufes unter dem Rumpfbauch sah aus wie der Beutel eines Kängurus). Mittlerweile standen noch mehr Prototypen zur Verfügung, die als Vorserienmodelle für die Fertigung der FW 190C-1 (ohne Druckkabine) und C-2 (mit Druckkabine) dienen sollten. Dann kam die Entscheidung zur Ablösung der Variante mit dem DB 603 zugunsten der durch einen Jumo angetriebenen FW 190D, obwohl noch fünf weitere Prototypen aus dem zweiten Baulos der für die Entwicklung vorgesehenen Zellen (V29-V33) in der Ausführung V18/U1 fertiggestellt wurden. In der Serienausführung sollte die FW 190C zwei MG 131 Kal. 13 mm im Rumpf, vier BMK MG 151 Kal. 20 mm in den Flügeln und eine fünfte BMK 20 mm zwischen den Zylinderreihen tragen. Ständige Probleme mit dem Turbolader und der Druckkabine führten dazu, dass nur noch an der FW 190D weitergearbeitet wurde. Die folgenden Angaben beziehen sich auf die letzte Ausführung der C-Serie mit dem aufgeladenen Motor DB 603A und einer auf zwei BMK MG 151 beschränkten Bewaffnung. Höchstgeschwindigkeit: 650 km/h in 10.000 m; Steigzeit auf 12.000 m: 20 min; Leergewicht: 3585 kg; Startgewicht: 4250 kg; Spannweite: 12,3 m; Länge: 9,5 m; Höhe (über Propeller): 3,5 m; Flügelfläche: 20,3 m².

 

 

Focke-Wulf FW 190D

Während Focke-Wulf noch mit den Problemen bei den Druckkabinen und den Turboladern zu kämpfen hatte, wurde parallel ein Entwicklungsprogramm mit einer Version durchgeführt, die von einem flüssigkeitsgekühlten Zwölfzylindermotor in umgekehrter V-Form Junkers Jumo 213 angetrieben, und das war die FW 190D. Prototypen für die D-Serie waren die V17, V22 und V23, die alle mit Druckkabinen ausgerüstet waren und durch den Jumo 213A-1 angetrieben wurden, der 1600 PS in 5485 m Höhe leistete. Die Maschine erhielt einen Ringkühler, der auch bei der FW 190C mit dem Daimler-Benz-Motor verwendet wurde, die Rumpfnase wurde um 60 cm verlängert. Um das Gleichgewicht wieder herzustellen, wurde der Rumpf vor dem Schwanz ebenfalls um 50 cm verlängert. Sechs weitere Prototypen (V19-21 und V25-27), die ursprünglich als Prototypen der C-Serie aufgelegt worden waren, wurden jetzt mit gründlich überarbeiteten Flügeln als erste echte Prototypen der D-Serie fertiggestellt. Es ergaben sich dann aber, dass das erste Serienmodell dieser Maschine, die als Langnase-Dora bekannt wurde, aus der Zelle einer FW 190A-8 in Verbindung mit einem Motor Jumo 213A-1 entstand, dieser Typ hieß FW 190D-9. Die Auslieferung an die Luftwaffe begann im August 1944. Die FW 190D-9 hatte eine Bewaffnung aus zwei 13-mm-MG 131 und zwei 20-mm-BMK MG 151, im Einsatz konnte sie noch mit vielen verschiedenen Rüstsätzen ausgestattet werden. Die D-10 sollte eine im Motor eingebaute Kanone bekommen, sie wurde aber nicht gefertigt. Die D-11 trug wieder eine andere Bewaffnung, sie hatten zwei BMK MK 108 in den Außenflügeln, hiervon entstanden aber nur Prototypen. Die D-9 wurde in der Serienfertigung im Februar 1945 durch die FW 190D-12 ersetzt, die einen Motor Jumo 213F-1 mit einer eingebauten 30-mm-BMK MK 108 und zwei 20-mm-BMK MG 151 in den Flügeln hatte. Vom Jäger der D-Serie wurden fast 700 Stück gebaut. Die folgenden Angaben beziehen sich auf die FW 190D-9. Höchstgeschwindigkeit: 574 km/h in Meereshöhe; 686 km/h in 6600 m; Steigzeit auf 6000 m: 7,1 min; Reichweite (ohne Außenlasten): 837 km; Leergewicht: 3490 kg; Startgewicht: 4300 kg; Spannweite: 10,51 m; Länge: 10,19 m; Höhe (über Propeller): 3,36 m; Flügelfläche: 18,3 m².

 

Baureihenübersicht der Fw 190 D - Serie
[...]  
Fw 190D-9 Version mit Jumo-213-Reihenmotor, verlängertem Rumpf und größerem Seitenleitwerk; Leermasse: 3180 kg; ab August 1944 gebaut
Fw 190D-11 Verbesserter Jumo-213F-Reihenmotor; Leermasse: 3191 kg (nur ca. 20 Serienmaschinen gebaut) 
Fw 190D-12 Jumo-213F-Reihenmotor; vermutlich nur drei Prototypen mit 30-mm-MK 108 im Rumpf und zwei 20-mm-MG 151/20 in den Flügelwurzeln 
Fw 190D-13 vermutlich nur zwei Prototypen mit Jumo-213EB-Reihenmotor und drei 20-mm-MG 151/20
[...]

 

 

Focke-Wulf FW 190F

Das einsitzige Erdkampfflugzeug FW 190F war hauptsächlich eine Variante der FW 190A-5/U3, wobei die Bezeichnung „U3“ darauf hinwies, dass bei der Produktion ein Umrüst-Bausatz mit der lfd. Nummer 3 verwendet wurde. Die ersten 25-30 Jäger der F-Serie waren eigentlich Zellen der A-4, sie trugen die Bezeichnung FW 190F-1. Sie trugen eine Bewaffnung aus zwei MG 17 Kal. 7,92 mm im Rumpf und zwei MG 151 Kal. 20 mm in den Flügelwurzeln, außerdem konnte unter beiden Flügeln je eine 250-kg-Bombe und eine 500-kg-Bombe unter dem Rumpf aufgehängt werden. Der Motor, der Öltank und der Pilot bekamen zusätzlichen Panzerschutz. Die ebenfalls von dem 1700 PS starken Motor BMW 801D-2 angetriebene FW 190F-2 basierte auf der Zelle der A-5 und hatte eine neue, einteilige Kabinenhaube. Die FW 190F-3 basierte auf der Zelle der A-6, ungefähr 20 Maschinen dieser Untervariante waren mit 30-mm-BMK unter den Flügeln anstelle der Bombenaufhängungen ausgerüstet. Die FW 190F-8 basierte auf der Zelle der A-8, und die letzte Serienausführung, die FW 190F-9 unterschied sich von den Vorgängern durch ihren aufgeladenen Motor BMW 801TS mit 2000 PS Leistung. Die Angaben beziehen sich auf die FW 190F-3. Höchstgeschwindigkeit (ohne Außenlasten): 550 km/h in Meereshöhe; 634 km/h in 5500 m; Steigleistung: 10,7 m/sec; Reichweite: 750 km; Leergewicht: 3325 kg; Startgewicht: 4400 kg; Spannweite: 10,51 m; Länge: 8,95 m; Höhe (über Propeller): 3,95 m; Flügelfläche: 18,3 m².

 

Baureihenübersicht der Fw 190 F - Serie
Fw 190F-1 entspricht Fw 190A-4 mit zwei 7,9-mm-MG, zwei 20-mm-MG 151/20, Unterrumpfbombenaufhängung und Bombenaufhängungen unter den Tragflächen
Fw 190F-2 Schlachtflugzeug auf Basis der Fw 190A-5 mit Bombenaufhängung und reduzierter Bewaffnung
Fw 190F-3 Schlachtflugzeug auf Basis der Fw 190A-6 mit leichterer Flügelstruktur
Fw 190F-3/R1 Ausführung mit Bombenaufhängungen für je zwei 50-kg-Bomben unter den Tragflächen (ETC-50)
Fw 190F-3/R3 Ausrführung mit zwei 30-mm-Maschinenkanonen (MK 103) unter den Außenflügeln
Fw 190F-8 Schlachtflieger auf Basis der Fw 190A-8 mit MG 131 statt MG 17 im Rumpf
Fw 190F-8/U2 Träger des BT700 Bombentorpedos mit verlängertem Spornradfederbein
Fw 190F-8/U3 Träger des BT1400 Bombentorpedos mit verlängertem Spornradfederbein
Fw 190F-8/R3 Ausrführung mit zwei 30-mm-Maschinenkanonen (MK 103) unter den Außenflügeln
Fw 190F-8/R13 Nachtschlachtflugzeug mit zusätzlichen Flammendämpfern und Zusatztanks
Fw 190F-9 Schlachtflieger auf Basis der Fw 190A-8 mit BMW-801TS-Motor
Fw 190F-10 Schlachtflieger auf Basis der Fw 190A-8

Focke-Wulf FW 190G

Die parallel zur FW 190F entwickelte FW 190G war ein Langstrecken-Jagdbomber, bei dessen Fertigung die Teile der Umbausätze 8 und 13, die für die FW 190A verwendet wurden, in die Werksproduktion übernommen wurden. Die FW 190G hatte auch wieder den Motor BMW 801D-2 und eine Bewaffnung, die nur aus zwei starren 20-mm-BMK MG 151 in den Flügeln bestand, die Bombenaußenlast entsprach derjenigen der FW 190F. Es wurden fünfzig FW 190G-1 gebaut, die auf der Zelle der A-4 basierten, danach folgte die FW 190G-2, die auf der Zelle der A-5 aufgebaut war. Im Oktober 1943 folgte dann die FW 190G-3, die einen Autopiloten PKS 11 und Ballonkabelschneiden an den Flügelvorderkanten besaß. Das letzte Produktionsmodell war die FW 190G-8, die von September 1943 bis Februar 1944 gebaut wurde, sie hatte die gleiche Zelle wie die A-8, eine Einbauvorrichtung für einen internen Zusatztank und eine geänderte Ausrüstung. Die Angaben beziehen sich auf die FW 190G-3. Höchstgeschwindigkeit: 547 km/h in Meereshöhe, 624 km/h in 5000 m; Reichweite: 800 km; Leergewicht: 3610 kg; Startgewicht: 5010 kg; alle anderen Abmessungen wie FW 190F-3.

 

Baureihenübersicht der Fw 190 G - Serie
Fw 190G-1 Jagdbomber - basierend auf der Fw 190A-4 mit vergrößerter Reichweite ohne MG-Bewaffnung im Flugzeugrumpf
Fw 190G-2 wie Fw 190G-1 aber auf Basis der Fw 190A-5 mit geändertem Rumpf
Fw 190G-3 Ausrüstung mit Autopilot-Funktion
Fw 190G-8 reichweitengesteigerter Jagdbomber auf Basis der Fw 190A-8
Fw 190G-8/R1 zusätzliche MW-50-Anlage zur Leistungssteigerung des Motors
Fw 190G-8/R4 zusätzliche GM-1-Anlage zur Leistungssteigerung des Motors
Fw 190G-8/R5 Version mit je zwei ETC-50-Bombenaufhängungen unter den Tragflächen

 

Focke-Wulf Ta 152 C

Im Jahre 1942 wurden eine ganze Reihe von Neuerungen zur Verbesserung der Grundkonstruktion des Jägers FW 190 vorgeschlagen. Zu all diesen gehörte ein neuer, verlängerter Rumpf, bei dem das Cockpit 40 cm weiter nach hinten gelegt worden war. Es wurde sowohl der Einbau des Jumo 213 als auch des flüssigkeitsgekühlten Zwölfzylindermotors in umgekehrter V-Stellung DB 603 geplant. Die Leitwerksflächen wurden vergrößert, und bei den Flügeln wurde der Einbau der Standartversion der FW 190 als auch neuer Flügel mit vergrößerter Spannweite erwogen. Nachdem der Bau der neuen Jagdflugzeugserie genehmigt worden war, erhielt der Typ zu Ehren seines Konstrukteurs Kurt Tank die Bezeichnung Ta 152. Die Ta 152 A und Ta 152 B, die von einem Jumo 213 A bzw. Jumo 213 C angetrieben wurden, hatten ein neues Flügelmittelstück, das mit den Standardaußenflügeln der FW 190/A8 verbunden war. Beide Typen wurden dann von der Ta 152 C abgelöst. Sie hatte die gleiche Zelle und wurde von einem Motor Daimler-Benz DB 603LA angetrieben, der 2100 PS (mit Wasser-Methanol-Einspritzung MW 50 sogar 2300 PS) beim Start leistete. Die FW 190 V21/U1 (umgebaute V21) wurde am 3.11.1944 mit einem Motor DB 603E (mit Motorabdeckung DB 603L) als erster Prototyp der C-Serie fertiggestellt, und man ging davon aus, dass die ersten Ta 152C-1 im April 1945 vom Band rollen würden. Es wurden dann aber nur drei Prototypen FW 190C-1, die V6, V7 und V8, und zwei Prototypen Ta 152C-3, die V16 und V17, fertig, da die Ta 152H Vorrang bei der Fertigung bekam. Die Ta 152C-1 war mit einer 30-mm-BMK MK 108 im Motor und vier (zwei im Rumpf und zwei in den Flügeln) 20-mm-BMK MG 151 bewaffnet. Im Unterschied dazu hatte die Ta 152C-3 eine 30-mm-BMK MK 103 anstelle der MK 108, und die C-2 und C-4 waren Varianten, die mit dem Funkgerät FuG 15 anstelle des FuG 16Z-v vorgeschlagen wurden. Die folgenden Angaben beziehen sich auf die Ta 152C-1. Höchstgeschwindigkeit: 745 km/h in 10500 m; Steigleistung: 15,5 m/sec; Reichweite: 1100 km; Leergewicht: 4014 kg; Startgewicht: 5300 kg; Spannweite: 11 m; Länge: 10,82 m; Höhe: 3,38 m; Flügelfläche: 19,5 m².

 

Focke-Wulf Ta 152 H

Obwohl die Ta 152H hauptsächlich als Höhenjäger vorgesehen war, sollte sie auch als Begleitjäger eingesetzt werden können. Die Maschine war parallel zur Ta 152C entwickelt worden. Sie hatte als Antrieb einen Motor Junkers Jumo 213E-1, der 1750 PS beim Start (2050 PS mit Wasser-Methanol-Einspritzung MW 50) leistete, und sie war mit völlig neu konstruierten, längeren Flügeln ausgestattet. Vier Prototypen FW 190C (V29, V30, V32 und V33) wurden so umgebaut, dass sie am Entwicklungsprogramm Ta 152H teilnehmen konnten. Die echten Prototypen für die Jäger der H-Serie waren die Ta 152 V3, V4 und V5. Der Erste davon wurde Mitte 1944 fertig, und es war auch die erste Maschine eines Bauloses von 26 Vorserienmaschinen Ta 152H-0, die in Sorau gebaut wurden. Weitere 20 Vorserienmaschinen Ta 152H-0 wurden in Cottbus gebaut, dort wurde dann die Ta 152H-1 weitergebaut. Bei der Ta 152H-2 war ein FuG 15 anstelle des seit Dezember 1944 nicht mehr gefertigten FuG 16Z-Y eingebaut. Die Ta 152H-1 trug eine Bewaffnung aus einer Motorkanone MK 108 Kal. 30 mm und zwei 20-mm-BMK MG 151 in den Flügeln. Ein kleiner Teil der ungefähr 150 in Cottbus gebauten Jäger kam ab Januar 1945 noch zum Fronteinsatz, ehe die Sowjets die Fabrik überrannten. Höchstgeschwindigkeit: 744 km/h in 9500 m; Reichweite: 1520 km; Leergewicht: 4031 kg; Startgewicht: 5217 kg; Spannweite: 14,44 m; Länge: 10,71 m; Höhe: 3,38 m; Flügelfläche: 23,3 m².

 

 

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