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THEMA: Technisches Lexikon

Technisches Lexikon 23 Dez 2021 16:09 #71

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Technisches Lexikon 25 Dez 2021 22:49 #72

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Technisches Lexikon 26 Dez 2021 13:31 #73

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Einige Infos zur Me410 Waffenrichtanlage aufgrund Moltke's Frage im Filmarchiv.
Generelle Infos zu den Fernantrieben der LW (falls bereits gepostet, entschuldige ich mich für das Doppel ;) ):

Cockpit Bild
ww2aircraft.net/forum/media/rear-view-of-me-410-cockpit.7059/full?d=1533598485
Generelle Infos über die Fernantriebe
www.reflexvisier.com/fernantriebe
Handbuch Me410 Auszug
stephentaylorhistorian.files.wordpress.com/2020/04/me-410a-1-flugzeug-handbuch-teil8a-1.pdf
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Technisches Lexikon 28 Dez 2021 19:42 #74

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Technisches Lexikon 30 Dez 2021 08:44 #75

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Für alle, die Flugleistungen der Mustangs im Vergleich nachlesen möchten anbei ein Link:



www.wwiiaircraftperformance.org/mustang/mustangtest.html
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Technisches Lexikon 30 Dez 2021 20:08 #76

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Technisches Lexikon 07 Jan 2022 11:03 #77

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Zu den Ursprüngen:
„Verlorenes Wissen“
Der »Bombenteppich«
Mit dem Begriff »Bombenteppich« verbinden viele Leser
die durch alliierte Flächenbombardements ausqelöste
Schadenswirkung in deutschen Großstädten. Dabei hat der
Begriff einen ganz anderen Ursprung. Entstanden ist er im
Dezember 1915 in Döberitz. Erfinder und Wortschöpfer ist
die Bomben-Abteilung der Idflieg. Um eine realistische Ge-
fechtsdarstellung zu simulieren, wurde ein endloses Leinwandband über zwei vorgespannte Rollen geführt und
zunächst per Handkurbel, später durch einen regelbaren
Elektromotor bewegt. Das 1,50 m breite Band enthielt verschiedene Geländeformationen, die farbig aufgetragen
waren. Lehrer und Schüler hockten auf einem 2 m hohen
Gerüst und übten die Zielerfassung mit dem Bombenvisier.
Zunächst erhielten die beiden Versuchs- und Übungs-Flug-Parks West in Tergnier und Ost in Warschau eine solche Ein-
richtung, später alle Armee-Flug-Parks.
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Technisches Lexikon 07 Jan 2022 11:14 #78

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Technisches Lexikon 08 Jan 2022 11:07 #79

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Brandstiftung über die Generationen:

Im Oktober 1917 erhielt die Idflieg ein Angebot der Che-
mischen Fabrik Griesheim-Elektron. Hier war im Jahr
1908 für die Verwendung in der Feinmechanik eine Legie-
rung entwickelt worden, die aus mindestens 90 % Magne-
sium und zehn Prozent Aluminium bestand und unter der
Bezeichnung Elektron auf den Markt kam. 1917 hatte der
Griesheimer Chemiker Dr. Fritz Singer (1879-1974) heraus
gefunden, dass sich Elektron bestens als Baustoff für Hülle
und Zünder der von der Idflieg ausgeschriebenen Kleinst-
Brandbomben eignete. Im Unterschied zu den zuletzt von
der PuW verwandten Mischungen aus Benzin und Paraffin
reichte als Brandsatz (»Thermit«) eine 168 Gramm leichte Kombination aus Magnesium, Kieselsäure und Eisenoxid
aus, um die Ummantelung bei ca. 650 Grad zum Schmel-
zen und bei 2200 Grad unter großer Licht- und Wärmeab-
gabe zum Abbrand zu bringen. Das besonders Teuflische
daran: Löschwasser hätte gegen diese Feuergewalt keine
Chance und würde sofort verdampfen! Hinzu kam, dass
ein Thermit-Brandstab nicht viel größer war als eine Stiel-
handgranate und sich in bisher ungeahnt großer Stückzahl
im Flugzeug mitführen ließ. Dass es nicht zur raschen Trup-
peneinführung kam, lag an der längst schwächelnden deut-
schen Kriegsindustrie. Der neue Werkstoff Elektron eigne-
te sich nämlich auch für die Herstellung von Zündern für
Artilleriegranaten und hatte sich zu einer begehrten Ware
entwickelt. Die für die von der Idflieg sofort bestellten
50 000 Brandstäbe benötigten 30 Tonnen Elektron wurden
erst im Februar 1918 frei. Vergleichswürfe mit der 6-kg-Lo-
renz-Bombe konnten daher erst im März 1918 auf das schon
erwähnte »Zieldorf« Havay aufgenommen werden.
Zwar erforderte der Massenwurf auf eine große Flä-
che keine besonderen ballistischen Eigenschaften, dennoch musste der Brandstab wegen seiner ungünstigen Schwer.
punktlage mit einem Windfang am Ende der Steuerflächen
versehen werden. Die ersten 20 000 Brandstäbe wurden
im Juli 1918 den Bombengeschwadern 1 und 2 zugewje.
sen und kamen als »Gemeinschaftsarbeit«, wie es in einer
zeitgenössischen Quelle heißt, aus den Griesheimer Filialen
Elektrochemische Werke Bitterfeld und K. Oehler Anilin-
und Anilinfarbenfabrik Offenbach am Main sowie der Fritz
Neumeyer AG Nürnberg und der schon erwähnten Firma Lo-
renz. Im Herbst 1918 sah auch die Oberste Heeresleitung ein,
dass der Krieg selbst mit einer gewissenlosen Gewalthand-
lung nicht mehr zu gewinnen war und ließ die Produktion
der Griesheimer Brandbomben stoppen. Was dazu geführt
hat, dass am 7. September doch noch 33 mit Thermit-Stäben
beladene Gothas des Bogohl 3 als erste von zwei Wellen zu
einem Angriff gegen Paris an den Start rollten, lässt sich aus
den bisher zugänglichen Quellen nicht aufklären. Der kriegs-
unwichtige Terrorakt konnte erst in letzter Minute verhindert
werden, nach heutigem Kenntnisstand vom bayerischen
Kronprinz Rupprecht. Generalfeldmarschall Rupprecht von
Bayern hätte als Oberbefehlshaber seiner gleichnamigen
Heeresgruppe auch seine Unterschrift auf den Einsatzbe-
tehl setzen müssen, dies aber offenbar verweigert. In seinen
Kriegserinnerungen bleibt das Thema leider unberührt.

Das Erbe lebt weiter:

Das schlimme Erbstück aus Griesheim fand dennoch seinen
Weg in einige Waffenarsenale, wenn auch erst im nächsten
großen europäischen Krieg. Zunächst bedienten sich die
Siegermächte. Mindestens 20 640 Thermit-Bomben muss
es gegeben haben, wie die Interallierte Luftfahrt-Überwa-
chungs-Kommission (ILÜK) anhand eingestanzter Serien.
nummern feststellte. Deren Verbleib lässt sich nur schwer
nachvollziehen. Fest steht, dass am 20. April 1921 10 557
Stück ihren bisherigen Lagerort in Richtung Frankreich ver-
ließen, und zwar in einem deutschen Eisenbahnwaggon mit
der Nummer 29113. Am Entladeort Foècy, einem 1700-See-
len-Ort im schönen Loiretal, verliert sich ihre Spur. Nicht
so sehr in Großbritannien und in Deutschland. Die von der
Legion Condor im Spanischen Bürgerkrieg - und hier erst-
mals bei der Zerstörung der baskischen Stadt Gernika am 26.
April 1937 - erprobte Stabbrandbombe B 1 El kann ihre Ab-
stammung von der Thermit-Bombe aus dem Jahr 1918 schon
äußerlich nicht verbergen. Gleiches gilt für die britische INC
4 LB, die ab 1942 zum Schrecken deutscher Städte wurde.
Die ebenfalls im Zweiten Weltkrieg von den USA entwickel-
te Napalmbombe wurde von den Vereinten Nationen 1980
verboten. Brandbomben auf Kerosin- oder Phosphorbasis
gehören dennoch bis heute zum Bestand vieler Luftwaffen.



Bisher konnte kein Foto
einer Elektron-Thermit-
Bombe ausfindig gemacht
werden. Die in ihrer Qualität
leider nur mäßige Zeichnung
entstammt einer Dokumen-
tation der Interalliierten
Luftfahrt-Überwachungs-
Kommission aus dem Jahr
1919. Die Verwandtschaft
zur Stabbrandbombe B 1
El der Luftwaffe (unten) ist
unverkennbar.

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Technisches Lexikon 08 Jan 2022 11:43 #80

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DICKE VÄTER, DICKE KINDER


Die Friedrichshafen
G III G.166/17 mit einer
1000-kg-Bombe beim Start
zum Probeabwurf bei der
Flieger-Bomben-Versuchs-
Abteilung in Frankfurt
(Oder)





Fall (unten) und Einschlag-
trichter der ersten scharfen
1000-kg-Bombe auf dem
Übungsgelände bei Frank-
furt (Oder)





Auszug:

„Die 1000-kg-Bombe blieb ein Exot. Sie wurden zum ersten Mal
am 17. Februar, ein zweites Mal am 8. März über London und
ein drittes Mal am 20. Mai 1918 über Chelmsford abgewor-
fen, jeweils durch eine Staaken R VI der Riesen-Flugzeug-
Abteilung 501 (siehe S. 105). Damit endete, soweit heute
bekannt, ihre strategische Verwendung.“
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